"Dein ganzes Konzept darüber, wer du bist, ist geliehen – geliehen von denen, die selbst keine Ahnung haben, wer sie sind."
(Osho)

Who?

Vanessa da Silva!

Ich stell mir vor, du willst jetzt was ganz Großes und Tolles und unglaublich Herausragendes über mich lesen. Ich sollte richtig auf die Kacke hauen und dich überzeugen. Damit stresse ich mich gerade. Derweil will ich dir ja nur etwas von mir erzählen. Manchmal bin ich wohl auch herausragend und unglaublich und toll, und manchmal fühle ich mich gar nicht danach und finde es blöd, hier etwas zu schreiben, was nur gelegentlich zutrifft. Das machen nämlich alle so, und ich mag nicht das machen, was alle machen. Auf glattgebügelte Lebensläufe und das Aufzählen sämtlicher Ausbildungen wirst du bei mir vergebens warten.

Ich sag dir was: ich kann verdammt gut Yoga unterrichten, dich tief in die Entspannung führen, dir als Lebensberater zur Seite stehen, deine Kinder yogieren, einen geilen Trainingsplan für dich entwerfen und dir eine wunderbare Wohlfühl-Massage geben.

Ich selbst liebe und lebe Ehrlichkeit, gehe durch Höhen und Tiefen, mache mich heil so gut ich kann und versuche dabei so viel Spaß wie möglich zu haben. Die Heilung meiner Weiblichkeit ist mir genauso wichtig wie die Aussöhnung mit dem Männlichen. Die Mitte ist gut. Und immer schön auf dem Teppich bleiben. Wenn du verstehst, was ich meine.


Momentan mache ich eine Babypause. Irgenwann im September 2019 wird ein neuer kleiner Mensch auf diese Welt kommen und erst einmal viel Zeit und Zuwendung brauchen :-)



Wenn ich nicht gerade Felsen hochklettere, findest du mich auf der Yogamatte.

*husthust*

Schön wär's! Tatsächlich verbringe ich die meiste Zeit des Tages sitzend vor dem Rechner, und daher kenne ich blockierte Hüften und Rückenschmerzen nur zu gut. Und genau deshalb kann ich dir auch sagen, was gegen deine Schreibtischsymptome hilft. Ich bin der Rückenyogaprofi, entspannt und einfühlsam.

Und wenn du es dir mal härter geben willst ich kann auch anders! In Rolands Bootcamp Sessions forderst du deinen Körper und baust deine Muskeln auf. Was dir dann auch beim Yoga neue Möglichkeiten eröffnet.


Roland, 14.08.2018:

Irgendwann war das Maß voll. "Das System" unerträglich geworden. Die Menschen alle nur auf schnelle Bedürfnisbefriedigung aus, ohne Rücksicht auf die Umwelt oder Menschen in anderen Weltgegenden oder zukünftige Generationen. Dann das Aussteigen, das Gefühl: ja, ich tue endlich was! Eine spirituelle Ökokommune in Sibirien, mitten in der Taiga. Und es war genau das, was man mit dem Wort "Sibirien" verbindet: hart. Extrem. Überlebensmodus. Du lernst, dass du allein keine Chance hast, musst dich auf andere Menschen einlassen, also richtig, ernsthaft. Echte Menschen, echte Beziehungen – anders geht es dort nicht. Glück. Und ja, unterschwellig auch dieses "ich bin anders, besser als die anderen, die satten Schlafschafe, die Medienzombies in den Industrieländern". Nach vier Jahren einigermaßen eingelebt, die Spielregeln begriffen und gelernt, das Spiel halbwegs erfolgreich zu spielen. Und mit den freien Valenzen – waren auf einmal auch die Dämonen wieder da. Also wieder Flucht, diesmal zurück in den Großstadtdschungel. Alles so fremd geworden, so unwirklich, so falsch. Die Behörden so unmenschlich, die Menschen so oberflächlich. Nur nicht wieder anpassen! Möglichst am Rand schwimmen, nicht mitten im Schwarm. Immer die Option "Sibirien" im Hinterkopf behalten. Der Spagat erfordert Kraft und Aufmerksamkeit. Willkommene Ablenkung. Nach weiteren vier Jahren ist auch das ausgereizt – die Dämonen lassen sich nicht mehr ignorieren. Was jetzt? Drogen, Alkohol, übermäßig viel arbeiten, sich für andere aufopfern, exzessiv Sport treiben, ein Hobby sehr ernst nehmen – das machen andere. Das ist ihr "Sibirien". Ihre Flucht vor sich selbst. Wie lange kann man das machen? Manche machen es ein Leben lang… Ich bin es müde. Ich kann nirgendwohin fliehen. Die Dämonen sind in mir. Ich muss in den Keller gehen, in jede einzelne dieser gruseligen, fast vergessenen Kammern dort unten, und ich muss hineinschauen, auch wenn ich wahnsinnige Angst davor habe. Eine geöffnet (und fast gestorben dabei), aber es war kein Monster hinter der Tür, nur ein kleiner, sehr einsamer und verzweifelter Junge. Es hat mir das Herz gebrochen. So viele Tränen… Eine Kerze in diese Kammer gestellt und den Jungen mit nach oben genommen. Wenn ich alle Kammern geschafft habe (unvorstellbar), dann ist das Haus erleuchtet.

Shiva hat sich auf dem Weg zur Erleuchtung die Augen ausgeweint.

Aussteigen war so viel einfacher!


Roland, 15.01.2019:

Ganz früher einmal habe ich gedacht, ein Meister sei jemand, der mir sagte, "wie es ist". Einer, der Bescheid wüsste (woher auch immer), und mir das dann sagen würde. Nun, ich bin Mathematiker geworden – und in der Mathematik gibt es keinen Autoritätsbeweis... Dann habe ich irgendwann den Satz gelesen, dass ein echter Meister mir nicht sagen würde, was ich sehen sollte; er würde mir nur sagen, in welche Richtung ich schauen müsse. Das habe ich lange geglaubt. Vor ein paar Tagen nun hatte ich einen Gedankenaustausch mit Vanessa. Sie meinte, ein wahrer Meister würde mir auch nicht sagen, in welche Richtung ich schauen sollte. Er würde einfach nur sagen: "Öffne deine Augen. Und dann sage mir, was du siehst." Und er würde ganz gespannt auf meine Worte warten, wissend, dass er wieder etwas dazulernen würde. Ein wahrer Meister würde wissen, dass ich ein ebensolcher Meister bin, mir dessen nur noch nicht bewusst. Ein wahrer Meister wäre erfüllt von einer tiefen Demut. Das hat mich umgehauen. Irgendwie hatte ich es ja schon lange vermutet, nun weiß ich es: ich habe meinen Meister gefunden. <3